Milchmädchenrechnung: Arbeitsfaule

Milchmädchenrechnung: Arbeitsfaule

Beim stöbern durch das Netz, vor allem auch durch die Realtität fällt mir immer eins auf, je schlechter es den Menschen geht, desto mehr hacken Sie auf Arbeitslose rum. Im Wortschatz der Masse meist schon als Arbeitsfaule bezeichnet. Wenn ich das miterlebe, fang ich nur immer an zu schmunzeln.

Meist sagen das die Menschen nur so ohne Inhalt dahin, meist fehlt den Menschen auch der Selbige. Viele Menschen die das aber mit Bewusstsein sagen, denen fehlt meist jeglicher Hintergrund, sind meist nur verseucht von Desinformation und irgendwelchem Hörensagen.

Rechnen wir einmal auf, gehen wir mal von rund 7 Millionen Arbeitslosen aus (laut Staat sind es ja nur 3,xx Mio, aber das die Regierung ihre Zahlen immer beschönigt und auch nur die Statistiken sammelt die brauchbar sind, braucht man wohl niemandem zu erzählen). 7 Millionen rechnen wir ein monatliches Budget on rund 1000 Euro an (das ist nicht nur das monatliche Arbeitslosengeld, sondern auch Krankenkasse inc. Beteiligung an Pflegschaften diverser Unterlagen und Angestellter), das ganze dann mal 12, damit wir die Jahresausgaben erhalten.

Hier die Rechnung (rein hypothetisch, denn man bekommt von unseren Politikern ja keine genauen Zahlen im Zusammenhang genannt):

1000 Euro x 7.000.000 Arbeitslose x 12 Monate = 84.000.000.000 Euro = 84 Milliarden Euro

Die Summe von 84 Milliarden Euro für Arbeitslose jährlich. Das klingt erstmal gewaltig viel, ist es auch, aber man muss auch die Ansammlung an Menschen sehen die damit auskommen muss. Ich habe mich im Netz mal schlau gemacht und mich nach den Einnahmen des Staates für 2008 erkundigt (Quelle: ad-hoc-news.de).

Er nahm ganze 1064,77 Milliarden Euro ein. Die Arbeitslosen nehmen meiner Rechnung (der keinerlei Richtigkeit zu Grunde liegt, sondern nur logischer Menschenverstand) zufolge gerade mal rund 7,88 Prozent der von dieser Summe zu bestreitenden Ausgaben ein. Etwaige Vermittlung an billig gemeinnützige Arbeiten und deren Ersparnis dadurch wurde nicht mit einberechnet, dafür auch nicht diverse Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Bis hierher kann man noch sagen, ja ok, 7 % mehr Einnahmen haben oder nicht, bzw. im Jahreshaushalt sparen. Wenn man aber auf der anderen Seite sieht, das für diverse “Hilfspackete” diverser Banken, mal ebend das 5-10 fache locker gemacht wird, nur weil sich diverse überbezahlte Manager verkalkuliert haben, wird einem schlecht. Viele Manager führen gern als Grund für die Höhe ihres Gehaltes, das Risiko und die Verantwortung an, aber ich frage mich immer, worin diese Verantwortung besteht ?

Diese Menschen haften weder privat, noch haben sie irgendwelche finanziellen oder beruflichen Konsequenzen (sie werden von einem zum nächsten Betrieb weitergeleitet oder in einen fürstlichen Ruhestand geschickt). Und mal ehrlich, wenn ich scheiße baue und dafür mit ein paar Milliönchen entlassen werde und mein Konto aus allen Nähten platzt… bitte… ich übernehme gern Verantwortung. Auch für die vielen Arbeitnehmer, die wegen mir entlassen werden, ich werde bei einem Cocktail in der Karibik auf meiner Yacht mit einer oder mehreren südländischen Schönheiten drüber nachdenken.

Aber zurück zu den Arbeitsfaulen Arbeitslosen, es mag sein es viele Menschen darunter gibt, die den Staat etwas ausnutzen wollen, das heisst nebenher schwarz arbeiten, obwohl man bei dem bisschen Geld, fast schon dazu gezwungen wird, Herrn Hartz sei dank, aber die Mehrheit sitzt einfach in einer Notsituation und hat es sehr schwer sich aus dieser zu befreien. Diverse Talkshows unterstützen das auch nicht gerade, in dem sie diese Menschen auch noch als Freiwild zur Verfügung stellt, damit sich der Mob daran ergötzen kann und sich besser fühlt, nicht in dieser Lage zu sein. Ablenkungspsychologie, nicht auf Menschen zeigen denen es besser geht, sondern schlechter – die Mitte wird dabei ausser Acht gelassen. Man soll nur mal an die alleinerziehenden Mütter denken, die oftmals mehrere Kinder groß ziehen und nicht nur von den Vätern ihrer Kinder, sondern in vielen Belangen auch vom Staat selbst im Stich gelassen werden. Nun kann man sagen, dann sollen die sich vorher überlegen mit wem sie zusammen kommen oder früher gabs auch kein Arbeitslosengeld/Sozialhilfe. Das ist Richtig, aber früher hielt auch der Staat weniger die Hand auf, nagut kommt drauf an wieviel früher. Aber darauf will ich garnicht hinaus, sondern wollte mit der obengenannten Rechnung einfach nur einmal ein Verhältnis aufstellen.

Anders herum, glauben Sie ernsthaft, das der Staat die Steuern merklich senkt, wenn es keine Arbeitslosen mehr gäbe ? Die Arbeitslosen können nichts für ihre Arbeitslosigkeit, denn da hat der Staat und die Wirtschaft versagt. Wenn mir jemand 7 Millionen freie normal bezahlte Jobs zeigt (mind. 10 euro pro Stunde), dann bin ich bereit, die Arbeitslosen als Arbeitsfaule anzusehen.

Die Politik hat eins schön geschaft, nämlich, das das Versagen und die Probleme unserer Regierung die Menschen teilt und ablenkt, es isoliert die, die keine echte Chance erhalten und sorgt dafür, das der Rest, der im Boot der unterbezahlten sitzt, den Groll gegen das obere Gestirn nach unten ausrichtet. Scheiss Arbeitslose und Arbeitsfaule, wegen denen gehts uns so schlecht…. nein nicht wegen denen, denen gehts aus dem gleichen Grund schlecht wie den Arbeitenden, weil die Regierung versagt und sich nur selten Fehler eingesteht, für mich ist Politik deshalb schon lange, die Kunst der Lüge. Der Grund ist genau der wie überall, weil es Menschen gibt, die einfach mehr haben möchten als Andere ohne wirklich mehr dafür zu tun. Oder glaubt ersthaft jemand, das ein Manager wirklich für seine Millionen gearbeitet hat ? Er mag gearbeitet haben ja, aber diese Arbeit steht in keinster Weise im Verhältnis zu seinem Lohn. Wenn dem so wäre müsste ein Pflasterer oder Dachdecker in der gleichen Lohnliga spielen. Obwohl ich dem Pflasterer noch ein Quantum mehr Verantwortung bei seiner Arbeit andichten würde, bei Managern habe ich eher den Eindruck das sie sich bei einer Runde Golf über die Dummheit der Masse und das meistern ihrer Fehler gegenseitig auf die Schulter klopfen.

Vielleicht sollte Mensch einfach mal mehr nach Gefühl und Moral handeln, denn dann wären Gesetze überflüssig.

2 Responses to “Milchmädchenrechnung: Arbeitsfaule”

  1. Mr. E. schrieb am März 14th, 2009 um 16:01 Uhr

    Ich persönlich Glaube das da doch etwas mehr an Kosten dahinter steckt als du hier darstellst.

    a) Arbeitslosengeld ist eine andere Summe als Hartz 4
    b) Wohngeld und ähnliche Begebenheiten.
    c) Insolvenzausfallgeld, wo das Gehalt komplett 3 Monate gezahlt wird.
    d) die ganzen Arbeitsagenturen und Angestellten beamten (früher Arbeitsamt) die nur deshalb existieren müssen ja auch finanziert werden.

    Aber evtl. wäre selbst das nicht so schlimm, die Frage ist wirklich wo das andere Geld hingeht, so genau weiß und kann es niemand nachvollziehen, niemand, der nicht nah genug am geschehen ist.

    Zu den Banken und Managern wäre eins zu sagen, die Banken die von dem “Hilfepacket” Gebrauch machen sind fast ausschließlich Staatsbanken, wo einfach unfähige Manager sitzen, auch verständlich, für 250.000 € Jahresgehalt würde sich auch kein Ackermann dahin setzen.
    (betroffene Banken aus privater Hand: Commerzbank u. Hypo Real)

    Der einzig bekannte Fall wo wirklich eine Bank aus privater Hand vom Staat gestützt wird und dort eine Hohe Auszahlung an den Manager bzw. die Gesellschafter stattfand ist in USA.

    Aber das alles ist wieder ein Thema für sich selbst, was ich jetzt ungern aufreißen möchte, da es Dimensionen überschreitet.

    Eins ist klar, das war immer so und das wird auch leider immer so bleiben, der Staat ist kein Unternehmer, und somit nicht wirtschaftlich! Jeder richtige Unternehmer meidet ja auch die Politik im Endeffekt, weil er, wenn er ein richtiger, guter, Unternehmer ist, in der freien Wirtschaft viel mehr erreichen kann.

    Und das der Mittelstand im Endeffekt der Verlierer ist, ist schon länger bekannt. Das ist ja auch immer das Ziel des Staates, bloß den Mittelstand so Groß wie möglich zu halten und nicht zulassen, dass diese Leute “reicher” werden. Sobald diese das nämlich schaffen sollten, können Sie problemlos dem Staat entfliehen… und das ist wie ein Unternehmer sagen würde, Kundenverlust.

  2. Avantalis schrieb am März 14th, 2009 um 16:21 Uhr

    Wie gesagt, es war ja nur ein grober und großzügiger Überschlag, deshalb wählte ich ja 1000 Euro, mag sein das da noch etwas mehr Geld dran hängt, trotzdem wundert es mich das der Staat gern immer die Arbeitslosen an den Pranger stellt, bzw. dem Volk das gern glauben lassen mag, das die Hartz IVler mit verantwortlich sind das es dem Staat ja soooo schlecht geht.

    Das der Staat kein wirtschaftliches Unternehmen ist, ist mit klar, allein wenn man sieht wie “ruhig” Staatsbedienstete oft den Tag in ihrem Job überstehen. Ich find es nur ein Unding das er Banken so dick stützt obwohl Frau Merkel predigt “Wir müssen den Gürtel enger schnallen.”

    Was stirbt, stirbt halt, dann müssen halt Banken zusammenbrechen, es kann nur etwas Neues und Besseres aus der Asche entstehen. Aber Menschen haben ja soviel Angst vor Veränderung, dabei besteht das ganze Leben daraus.

    PS: Ich versuche in den nächsten 10 Jahren dem Mittelstand zu entfliehen, einfach um Ruhe zu haben und endlich mal leben zu können ;)

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