Die übliche Frage nach dem Warum. Oder warum denn nicht ? Der Sinn des Lebens ist mir bisher verschlossen gewesen, jedoch öffnet sich langsam bei mir die Pforte der Bedeutungslosigkeit. Ich mag hier nicht um Sinn und Unsinn des Menschen senieren, hier geht es eher um das Leben selbst, Leben ist Wandel, Zerstörung, Kampf und Geburt. Normal bin ich ein Vertreter der positiven Fraktion (auch wenn man dies aus den bisherigen Artikeln nicht schließen mag, aber normal versuche ich auch den Kopf hoch zu halten, wenn das Leben mir mal wieder die volle Breitseite verpasst, das Gefühl jetzt erst recht.
Ich lag schon oft des Nachts wach und dachte über die Zweischneidigkeit des Seins nach. Einerseits versucht man immer mitfühlend und verständnisvoll zu sein, auch wenn ich es liebe mich über die Gier und die Nichtsnutzigkeit der meisten Zeitgenossen auszukotzen, anderer Seits dachte ich auch oft darüber nach, wie es wohl wäre auf der dunklen Seite des Seins zu wandeln. Wenn man das Leben selbst sieht, so ist es doch ein einziger Krieg, auf bakterieller Ebene beginnt er schon, selbst die kleinsten unsichtbaren Lebewesen kämpfen, fressen, vermehren, vernichten. In der niederen Pflanzen- und Tierwelt das gleiche Schauspiel, es gibt nur die Ordnung der Stärke, der der sich ausbreiten kann tut dies auch, ohne Rücksicht. Lediglich Witterung, Rohstoffe, Nahrung und die Allmacht der Elemente schaffen Grenzen. Der Kampf zwischen Beute und Jäger findet in allen Ligen statt, egal ob im Minikosmos, in der Pflanzenwelt oder in der Tierwelt.
Menschen selbst sind da keine Ausnahme, sie haben lediglich eine Eigenschaft die sie über andere in ihrem eigenem Denken hebt, ihre Arroganz und derzeitige Vormachtstellung. Aber wenn wir mal auf den Menschen schauen, was kann er denn ? Was macht ihn besonders ? Positive Eigenschaften sind dort Mangelware… oder hat er bisher irgendwas positives im Universum erreicht ? Nein, eher das Gegenteil, wo wir aber auch gleich zur nächsten Frage kommen, muss man denn etwas positives Erreichen ? Die Natur lehrte und das Gesetz der Stärke, dieses beherrscht der Mensch vortrefflich. Denn er hat sich an die Spitze der Nahrungskette gearbeitet und ist dort entweder nur durch eigene Dummheit (Nuklearer Holocaust oder sonstiges selbst geschaffene Katastrophen) oder durch ein unausweichliche Apokalypse (Kollisionskurs mit anderem großen Himmelskörper) nicht mehr weg zu bekommen.
Doch zurück zur Bedeutung(-slosigkeit) des Seins, was passiert eigentlich wenn der Mensch verschwindet ? Was bleibt von “uns”, wird irgendwann jemand von uns wissen ? Unsere tollen Betonbauten, Straßen, Brücken, Denkmäler etc. auf die wir alle gern mal stolz sind, sind nichts werd. Keine tausend Jahre und man würde nichtmal ein Haus irgendwo finden. Alle Straßen wären zurückerobert, die riesigen Staudämme wären alle durch Witterung längst abgebaut und die Pflanzenwelt erledigt das übrige um jegliche Erinnerung von uns zu tilgen. Kein Friedhof, keine Kirche, kein Flugplatz, kein Bunker, keine Waffen, keine Autos… nichts wäre mehr vorhanden. Die Natur hätte alles mit Hilfe der Elemente zu Staub zerlegt. Vielleicht wäre hier und da noch eine fast zerfallene Ruine oder ein Leichnam in irgend einer Teergrube zu finden. Das wäre aber genauso schwierig zu finden, wie heutzutage unsere Archäologen nach Dinosauerierzähnen suchen oder hier und da mal eine alte Tonscherbe finden.
Unsere tollen technischen und kulturellen Errungenschaften wären alle Nutzlos, keiner würde sich mehr einer Mona Lisa oder eines Isaac Newton erinnern. Dafür würde aber vieles sich wieder erholen, die Meere wären wieder sauber und reich an Getier, die Welt an sich wäre wieder ein riesengroßer Dschungel. Fast unberührt, doch würde es was ändern ? Nein, der Kampf um die Vorherrschaft in der Natur würde auch ohne uns ausgetragen werden, es wäre nur wieder interessanter, den wenn man sich mal die Milliarden von Menschen anschaut, welche Spezies könnte da schon nach rücken um es wieder ausgeglichener zu machen ? Vielleicht besucht uns ja mal irgendwann etwas Exterrestrisches.
Doch ich schweife ab, es geht um das Leben, wenn ich mich jetzt mal einen Zoom weit hinaus aus unserer Zeit mache und von der Entstehung unseres Planeten bis in eine weite Zukunft blicke, so ist das Leben doch ein sehr logisches Chaos. Es passt sich an und ich glaube nicht das es unbedingt um das fortbestehen einer einzelnen Spezies geht, es geht um das Leben an sich, die Pflanzen die Tiere die Intelligenz. Der Mensch ist einfach nur Spezies 3489925³²³ und war ein Glückstreffer. Er hat sich weit über die anderen empor gearbeitet. Gut für das Leben, den nach dem Gesetz des Stärkeren bzw. dem Gesetz der Natur ist der oberste Instinkt das Überleben, das Ausbreiten und danach das Aneigenen.
Die Intelligenz die ihn nach vorn gebraucht hat steht weit über die Fangzähne, Klauen, Geschwindigkeiten, Gifte, Reißzähne der Konkurrenz. Denn sie lehrt ihn nicht nur ein Area einzunehmen und für sich zu beanspruchen, sondern sie lehrt ihm auch es zu kontrollieren und in Balance zu halten. Auch wenn der Feinschliff da noch etwas fehlt. So muss er es schaffen, ist er doch für das Leben bisher die größte Hoffnung, jedoch auch die größte Bedrohung.
So schnell verschwinden unsere Städte, dies hier im Zeitraffer dargestellt geschieht innerhalb von ca. 500 Jahren.
Der fade Beigeschmack wenn man aus dem Jetzt mal auf den ganzen geschichtlichen und evolutionären Zeitstrahl schaut, man fühlt sich noch kleiner als man es eh schon ist. Man ist nicht nur verloren zwischen den Milliarden Menschen im jetzt, man ist verloren zwischen den ganzen Menschen und anderen Spezien der Vergangenheit und Zukunft. Man ist ein kleines Staubkorn dessen Bewusstsein der Bedeutung oder Bedeutungslosigkeit ebenso bedeutungslos ist. Ist es deshalb völlig egal was man macht ? Ändert es etwas ob ich ein Raubtier oder ein Beutetier bin ? Sollte ich ein Raubtier sein ? Die Natur gibt es doch so vor… Tja und genau da ist derzeit mein persönliches Problem, ich komme immer mehr in Versuchung zum Raubtier zu werden. Derzeit ist die Gesellschafts- und Sozialtruktur eh etwas “imbalanced”.
Wobei sie noch nie ausbalanciert war, es weht ein ganz schöner Sturm. Noch halte ich mich damit das es auch viel Stärke kostet dieser Versuchung zu wiederstehen, doch wenn man sich die derzeitigen Zustände ansieht, glaube ich das man nur als Raubtier etwas ändern kann. Jedoch geht das Raubtierleben einen schnell ins Blut über und man vergisst alte Vorsetze nur all zu gern (Nein, ich will kein Politiker werden).
Also doch schon wieder Mensch-Gezeter ? Jein! Mit wem soll ich mich denn auch sonst anlegen, habe ich doch keine anderen Feinde über mir. So bleibt nur die eigene Art, und die eigene Art geht nicht sehr zaghaft mit sich selbst um. Auch wenn wir uns gern im Deckmantel der Intelligenz zeigen, so ist es immer noch das Gesetz des Stärkeren, nur auf anderem Niveau.
Bin ich Bedeutsam ? Für Dich selbst auf jeden Fall! Wie bedeutsam man für die Menschheit ist, hängt davon ab wie viel Nutzen Andere aus einen ziehen können oder auf der Raubtierseite, wie viel Nutzen man selbst aus anderen ziehen kann. Dies bezeichnet man dann als Macht, wer viel Macht hat kann noch mehr kontrollieren und seine Macht ausbauen um die Spitze zu erklimmen. Je höher man kommt, desto dünner wird die Luft. Man muss Gewinn machen (das hat nicht nur etwas mit Wirtschaft zu tun), man muss sich geschickt mehr nehmen als man gibt. Das wiederum wirft die Frage auf, wozu ? Na um mehr als ein Staubkorn zu werden, um ein Wirbel zu werden, ein Sandsturm oder gar eine ganze Wüste.
Gibt es Grenzen ? Nein! Egal wie moralisch verwerflich einem etwas erscheint, es ist alles erlaubt. Man muss nur die Macht haben es durchzusetzen und bereit sein Konsequenzen zu ertragen. Je nach der eigenen Macht, kann man die Konsequenzen abmildern oder gar komplett abwehren.
Ein Beispiel: Ich habe einen Erzfeind und überlege ihn mir endgültig vom Hals zu schaffen. Mir als kleines Sandkorn droht eine lange Haftstrafe (wenn ich erwischt werde). Intelligente reden sich dann raus oder machen auf Doof um in die Klapsmühle zu kommen. Menschen sind gut an der Moral zu packen, sie denken dann wie kann er nur, das muss einen Grund haben, der ist sicher krank, den muß man behandeln. Je grausamer und “krankhafter” der Mord dann noch war, desto größer sind die Chancen für einen Urlaub in der Klappse. Was macht man wenn man viel Macht hat ? Man erklärt ihn zum Staatsfeind, schafft neue Gesetze oder man arangiert einen Unfall und erzählt den Medien was sie zu schreiben haben. Macht ist nämlich etwas sehr magnetisches, es zieht noch mehr Macht an und auch die, die gern welche hätten, die sich einen Vorteil versprechen in der Hoffnung vielleicht mal an dieser Macht teilzuhaben.
Der Mensch ist kein Einzelgänger, so ist das auch im Dschungel der Macht, man lernt sehr schnell neue mächtige Leute kennen und man stützt sich gegenseitig um die Macht zu mehren und auf keinen Fall zu verlieren. Doch auch da ist Vorsicht geboten, denn nach oben wollen alle und wenn einer eine günstige Chance wittert möglichst Verlustarm an die Macht des anderen zu kommen, er wird zugreifen. Da zählt keine Moral mehr, denn mit Moral wäre man nicht soweit gekommen. Keiner der oberen 10.000 wäre da wo er ist mit ehrlichen Mitteln. Egal was er sagt oder vorgibt zu tun, hier muss man sich nur an den wirtschaftlichen Bereich erinnern… Gewinn. Was ist Gewinn ? Richtig, Mehrwert und der Verlust eines Anderen. Jemand bezahlt für meinen Gewinn, denn das was ich mehr erziele als eine Ware wert ist, zahlt ein anderer Drauf, dieser macht dann automatisch Verlust (den intelligente Leute dann gern weitergeben). Wirtschaft an sich ist nach dem heutigen Stand schon unmoralisch, Betrug im Deckmantel des Gesetzes, aber damit könnte man Bibliotheken füllen.
Erreicht man als Einzelkämpfer etwas ? Auf der Seite des Lichts… schwierig, man muss sich arrg beuteln lassen und es muss viel Unrecht geschehen bevor sich die Masse erhebt. Schimpfen tun viele (mich eingeschlossen), aber wirklich bewegen tut kaum etwas. Denn jeder ist sich seines Sandkorndaseins bewusst und nur wenige haben die Geduld und die Motivation sich daraus zu befreiten.
Was macht man wenn man an der Spitze angekommen ist ? Gesetz der Natur, ausbreiten, festigen und kontrollieren. Dann kann man sich überlegen was man tun müsste um einen neuen Kurs einzuschlagen. Die Hoffnung der Masse ist, das bald etwas passiert wenn es de3n Leuten nur schlecht genug geht, doch mal ehrlich, will man sich auf die Fehler der Anderen verlassen um dann in eine “bessere Welt” einzutauchen ? Das kann Jahrzehnte dauern, da kann man bedeutend mehr aus eigener Kraft anstellen. Man muss ein Raubtier werden, sich an die Macht klemmen und soviel es geht sammeln, Stufe für Stufe. Nur wenige schaffen es von ganz unten nach oben in einem Leben. Deshalb sollte man sich wirklich früh bewusst werden was man möchte.
Viel zum denken, viel zum lesen und nur eine Möglichkeit seine Meinung zu äußern, die Kommentarfunktion ist keine Zierde, ich würde mich über eine sachliche Diskussion freuen (wenn es heiß her geht, amüsiert es mich natürlich auch).
PS: Eigentlich wollte ich über etwas anderes schreiben, aber man lässt sich gern auch mal treiben, ursprünglich wollte ich über Emotionslosigkeit schreiben, aber ich denke, das hier ist interessanterer Gesprächsstoff.








