Zweifel an einem selbst ?!

Zweifel an einem selbst ?!

Manchmal denke ich oft über mich nach, gerade das Feedback der Menschen die einem umgeben regen einen oft zum Nachdenken an. Bei mir ist es oft ein auf und ab, oft denke ich, ich bin irgendwie dumm, anders, arrogant, naiv, zu weich, von mir selbst eingenommen, dann kommt wieder der Zeitpunkt wo ich denke die Anderen sind es. Es ist natürlich einfach zu sagen, die Anderen sind die Dummen, gerade weil das Ego das gern hat. Wer sagt schon zu sich selbst, ich bin dumm. Ich persönlich weiss von mir das ich nicht dumm bin, aber auch nicht mit einer überragender Intelligenz gesegnet. Auf einer Skala von 1-10, wobei 10 für Genie steht und 1 für sabernder, unselbstständiger, Nuschelheinz, würde ich mir eine 7 geben.

Ich weiß meist mehr als Andere, aber meist weniger als ich wissen möchte. Gerade jetzt denke ich viel über meine geistigen Grenzen nach und wünsche mir, das die Natur mich mit mehr Potenzial gesegnet hätte. Sicherlich kann dies eine Phase sein, es ist auch nicht von entscheidender Bedeutung für meine Existenz, denn ich kenne es ja nicht anders, aber oftmals vergesse ich Dinge, bin mit meiner Konzentration ganz woanders und tue Dinge die mich nicht sonderlich interessieren einfach so ab. Dinge wiederum die mich interessieren kann ich aus dem FF, PHP könnte ich blind coden, manchmal baue ich mir schon Konstrukte im Kopf vor dem Einschlafen zusammen, spiele im Geiste mit C++ Codezeilen, überlege wie ich eine Textur erstelle um sie einem 3D Objekt zu verleihen, habe schon die passenden Einstellungen für die ganzen Regler und Variablen im Kopf, schreibe Noten vor dem geistigen Auge und weiss schon wie es klingt.

Das hört sich schonmal alles ganz gut an, aber wenn man bedenkt wieviel Zeit ich schon in das digitale Monster Computer gesteckt habe, 18 Jahre Computererfahrung, das mit 29, schon etwas krank. Da gibts Leute die machen das erst 5 Jahre und haben einiges mehr auf dem Kasten. Ich würde gern mal wieder ein Videospiel in die Hand nehmen, aber der innerliche Druck, was erreichen zu müssen ist stärker. Selbst die Zeit wo ich mal WoW oder DAoC gespielt habe, war immer ein Unbehagen im Nacken, hey, du verschwendest hier Zeit, was man in den vielen Stunden hätte erreichen können. Aber dies liegt nun schon ein paar Jahre zurück, nun ermahnt mich der stetige Drang Geld zu verdienen meine Freizeit stark einzuschränken.

Wenn ich mal durchrechne, habe ich in der Woche ca. 6-8 Stunden für mich, also Zeit die wirklich mir als Person zu Verfügung steht. Keine Arbeit, keine Familie, nur ich. Niemand der gerade etwas von einem will, Zeit die ich mir nehmen sollte. Sollte… was mach ich stattdessen, ich versuche noch mehr zu lernen, noch leistungsfähiger zu werden, endlich was zu erreichen. Dabei kann ich das “was” noch nicht einmal definieren. Irgendwie fehlt mir der Booom derzeit in meinem Leben, irgendwas was befriedigt. Ich glaube ich bin schon seit vielen vielen Jahren unbefriedigt, genauso lang überlege ich auch was es wohl sein könnte. Es ist schlimm für mich, mich einfach nur mal der Zerstreuung hinzugeben. Meine Familie leidet da auch schon drunter. Selbst wenn ich bei meiner Freundin mal TV schaue oder wir einen Film geniessen geht mir teilweise schon im Kopf rum was ich alles tun könnte.

Ein Freund meinte einmal ich wäre der perfekte Angestellte, bei den Kenntnissen sollte es nicht schwer sein einen Job zu finden, aber genau da beiss ich mir wieder in den Schwanz. Ich mag nicht für Andere arbeiten (zumindest nicht für Leute die ich für unrechtschaffend halte), ich mag meine Selbstständigkeit, auch wenn man sich als Freiberufler härter durchboxen muss und ein höheres Existenzrisiko hat. Mir fällt es schwer Anweisung von Menschen entgegen zu nehmen die ich als “unter meinem Niveau” ansehe. Und davon gibt es reichlich… jedoch sollte man dies nicht als Chance nutzen um Demut zu erlangen ? Ist es nicht auch eine Art von Toleranz Dingt auszuführen die man eigentlich für völlig sinnfrei hält ? Wenn ich an meine Versuche denke, als Angestellter zu arbeiten, eigentlich hat es immer nach spätestens 2-3 Monaten geknallt. Wenn es überhaupt solang gedauert hat. Ich habe mich mit meinem vorgesetzten so arrg immer in die Haare gekriegt, musste ihm Haarklein seine Dummheit aufschlüsseln und ihn am liebsten gefeuert.

Wenn ich mir aber schon viele Firmen anschaue, sei es nur auf Besuch, weil ich was für sie proggen soll, könnt ich schon das Kotzen vom Betriebsklima und der Firmenphilosophie kriegen. Meist immer das gleiche, Verkaufen um jeden Preis. Aber auch im Einzelhandel ists nicht anders. Gehe mal nach Saturn und stelle eine kaufentscheidende Frage, ist da wirklich das DVI Kabel für den Monitor mit drinnen ? Ist da wirklich eine Ersatztintenpatrone mit im Drucker ? Hat der Laptop wirklich 2 GB Ram ? Die nicken, die nicken und lügen dir kackdreist in die Fr… ins Gesicht, zuhause dann beim Auspacken die Ernüchterung, der hat mal wieder gelogen, doch man vergisst es in den nächsten Wochen und beschwert sich garnicht mehr nur noch gemolken zu werden. Sie beschwichtigen einen noch, ja klar, das ist doch normal jetzt, das ist immer so, können sie sich drauf verlassen. Irgendwie kotzt mich alles an, irgendwie gehts mir nu besser und durch das Geschreibsel wird mir wieder klar, die Anderen sind die gierigen, dummen, unvorrauschauenden, arroganten Existenzlückenfüller. Sie sind einfach da, existieren und behindern die Menscheheit am vorran kommen. Behindern die Menschen am glücklich sein, diese Art Mensch reicht vom einfachen Verkäufer und Praktikanten bis ganz hoch in die Chefetagen.

Bei so einem haufen Abfall, da hab ich Zweifel an mir selbst ? Schade das ich nicht Deutschland bin, das leben wäre hier sonst um einiges fairer und entspannter. Du bist Deutschland – noch so ne hohle Phrase wo die Politiker über Missstände hinwegtäuschen wollen.

3 Responses to “Zweifel an einem selbst ?!”

  1. Crestina DeLadjera schrieb am Januar 10th, 2008 um 22:31 Uhr

    Gib mir Deine Hand und lass uns auswandern. :D
    Ich verstehe Deine Gedanken vollkommen. Man sitzt in der überfüllten U-Bahn und denkt: ” Gott, wie können die alle so leben?” Aber dann kommt der kleine Mann ins Ohr und flüstert: “Liebes Mädchen, das sind doch soooooo viele! Die können nicht irren! Du bist die, die ned ganz richtig tickt!”
    Am Anfang habe ich dem kleinen Mann geglaubt und war hin und hergerissen von dem Gedanken, nicht ganz dicht zu sein. Ein bisschen gefiels mir auch.
    Das war vor einigen Jahren. Dem kleinen Mann habe ich inzwischen gekündigt. Er sagte immer nur das, was ich hören und glauben sollte. Was Medien und Politik uns eintrichtern. Nein. Ich glaube heute, dass die ganze überfüllte U-Bahn nicht ganz richtig tickt. Es war ein Irrtum. Sozusagen ein Massen-Irrtum. Millionen denken, dieses triste tagein-tagaus Fließbandleben ist das höchste der Gefühle und so muss es sein. Falsch. Ein Irttum. Deutschland ist ein Massen-Irrtum. Ob ich für den Gedanken jetzt wohl abgeschoben werde? Mir wärs recht.
    Vielleicht ist es aber auch wirklich nur eine Frage der Intelligenz. Wer dumm ist, merkt nicht, wenn er benutzt wird. Oder es ist Resignation. Aufgeben, weil sich dagegen wehren eh nichts bringt außer Frust?
    Die alles entscheidende Frage ist doch: Denkst Du, in einem anderen Land wäre es anders?
    Und noch eine Frage dazu: Was willst Du dagegen tun?

    Grüße aus der Nacht
    Crestina

  2. Avantalis schrieb am Januar 13th, 2008 um 04:22 Uhr

    Also da bleibt auf diesem Planeten nur noch eine Region in der man unberührt von Machthabern und machtgierenden Menschen leben kann. Die Arktis oder Antarktis… Pinguine oder Eisbären, was darfs sein ? Gerade nach der Knutwelle, ich nehm die Pinguine…

    Weglaufen denke ich, wäre der einfache Weg, wird Zeit denen da oben mal ordentlich die Leviten zu lesen, denn irgendwie haben die das Prinzip nicht verstanden. Wir sind die Mehrheit, wir sagen was abgeht, ihr dürft ausführen. Nicht wir müssen den geisten Dünnschüss ertragen, den die da oben auskotzen. Reicht schon wenn ich den Senf der Masse mit essen darf, aber sollens die Daumenschrauben nur enger ziehen. Das bringt uns nur noch schneller einem Neuanfang entgegen. Ok, da war mal wieder was gegen Politik, aber ich denke, die Politik ist maßgeblich mit verantwortlich für die Verdummung, denn ihre Aufgabe ist es, uns voran zu bringen. Leider haben sie kläglich versagt und haben noch nicht die Kraft und die Einsicht erlangt, dies auch zu zugeben, das kommt erst wenn ihr mit Steuergeldern gepuderter zarter Bundestagshintern die Peitsche des Volkes spürt… deshalb leben viele Menschen ihren tristen Trott ohne Hoffnung…

    PS: Ich weiß am Thema vorbei, aber das ist normal bei mir ;)

  3. Crestina DeLadjera schrieb am Januar 14th, 2008 um 11:58 Uhr

    Über Politik rede ich nicht wirklich gern, weil ich mich da nur aufrege. Für mich ist Politik seit Jahren schon nur Dunnschiss. Da spielen ein paar intellektuelle große Kinder, wer das sagen hat und schubsen sich gegenseitig wieder vom Stuhl. In meinen Augen ist das ein Stuhltanz im Kindergarten und wer den breitesten Hintern hat, bekommt den Stuhl. Nee, ich schüttel darüber nur den Kopf. Politik ist ein Spiel. Eins das ich lächerlich finde. Weil es in Deutschland lächerlich ist.

    Es gibt soviele TV-Sendungen zur Zeit über Auswanderer. Mal abgesehen davon, dass die meisten echt neurologisch unterpriveligiert erscheinen (wie bitte kann man auswandern, ohne die Sprache zu sprechen, nen Job zu haben oder finanzielle Rücklagen!?), finde ich es doch symptomatisch für unsere deutsche Zeit. Alle wollen weg. Und hey, wieso gibt ein gutverdienender Arzt mit 3 Kindern seine Praxis und sein umwerfendes Haus auf um in den afrikanischen Busch zu ziehen? Ich denke, Du und ich, wir wissen die Antwort.

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