Es ist endlich oder gar schon wieder Weihnachten. Die Spendenaufrufe nehmen stark zu, unzählige Hilfsorganisation bitten um eine milde Gabe, Promis und Politiker drücken auf die Tränendrüse, Werbespots mit besonders leidensgezeichneten Menschen jagen durch die Mattscheibe, ahh, es ist wieder Weihnachten. Das Fest der Nächstenliebe, es wird mal wieder Zeit sein schlechtes Gewissen zu beruhigen und wenigstens einmal im Jahr den netten Kerl aus sich zu kehren.
Das Paradoxe daran ist, sie wollen von uns, die die eh kaum noch Geld haben, die sich durch Wuchersteuern und Lohnsenkungen arbeiten müssen, nochmal richtig absahnen, warum nicht bei Managern anklopfen ? Wenn nur einer Spendet, dann ist das Überleben der Hilfsorganisation die nächsten Jahre gesichert ;). Da klopfen sich Promis auf die Schulter wenn sie 20.000 € für irgendwas spenden, während sie einige Millionen auf dem Bankkonto haben, wenn man das mal hochrechnte, 20.000 € bei 5.000.000 € Vermögen, oh, ganze 0,4 %, verausgabt euch mal nicht, noch dazu die günstige Publicity die einem auch im nächsten Jahr das Einkommen sichert. Wirklich selbstlos. Wenn ich 0,4 % meines Vermögens spende, sind das gerade mal 8 €. Da wird man doch ausgelacht… noch dazu helfen diese Hilfsorganisationen nur kurzzeitig und lindern die Auswirkung, nicht die Ursachen, aber ich mag nicht auf Sinn und Zweck dieser Organisationen eingehen, ich bin mir sicher das es da viele Menschen drunter gibt, die wirklich helfen möchten und die gern auch einen Promi mit nutzen um sich gegen die anderen Helfer zu behaupten.
Ich frage mich eher, warum immer nur die Armen ? (vorsicht ironie) Wenn ich auf das Jahr zurückblicke, so sollten wir uns wirklich mal den Managern zuwenden. Hackt man doch immer auf ihnen rum weil sie das 100 fache eines normalen Arbeiters verdienen. Während der Arbeiter nach seinen 8 Stunden und 2-3 Überstunden endlich nach Hause gehen kann und bei handwerklichen Berufen nach meist 30 Jahren seine Gesundheit ruiniert hat (Dachdecker, Pflasterer, Maler, Lackierer, Mechatronicer), weil halt nicht jeder Arbeitsplatz vorbildlich ist, müssen Sie sich den ganzen Tag mit Sekretärinnen, Papierkram und Telefonaten die Zeit vertreiben. Nebenher noch Sitzungen, Konferenzen und Geschäftsessen, da kommt man schon ins schwitzen. Wenn man bedenkt was sie in den letzten Jahren mit der Politik Hand in Hand erreicht haben, Sie haben es geschafft die Arbeitslosigkeit zu senken, in dem man die Löhne runtersetzt, so das mehr Platz für Zeitarbeiter ist, wo anstatt die Werktätigen gerecht zu entlohnen, man ihnen meist noch Blutsauger in Form von Zeitarbeitsfirmen mit ans Bein bindet. Nun haben viele keinen festen Arbeitsplatz mehr, Zukunftsängste, weniger Lohn für mehr Arbeit und ernähren zusätzlich zu ihrer Familie noch Zeitarbeiter. Hervorragend, ähm… welche Arbeitsplätze hat die Politik und Wirtschaft denn nu gesichert ? Ahja Zeitarbeitsfirmen.
Aber hey, die Arbeitslosigkeit sinkt, das ist doch der “Schlager” beim nächsten Wahlkampf. Nu kann sich keiner mehr beschweren über die Sozialschmarotzer, denn sie schwinden ja, also Gewissen und Gerechtigkeitsempfinden beruhigt, dafür noch weniger Geld im Portmonaie ? Wie sagte Frau Merkel so schön “Endlich ist der Aufschwung auch beim Bürger angekommen”. Also ja Frau Merkel, wenn ich jetzt Konzernchef wäre würde ich wild Beifall klatschen.
Aber hey, nicht nur wir “Fußvolk” haben es schwer, wenn man sieht wie die Manager derzeit unter Beschuss geraten, der Porschechef bangt um seine jährlichen 70 Millionen, der Rest von Telekom, Siemens und Co bangt genauso. Hallo Manager, glaubt ihr wirklich jemand hat 70 Millionen im Jahr verdient ? Ich meine wirklich verdient ? Was muss man bitte schön leisten um 70 Millionen zu verdienen ? Ah da war ja noch die Verantwortung, wenn man Mist baut geht man mit ner Riesenabfindung bei der die Kinder und Kindeskinder noch in Saus und Braus leben können. Wenn die Manger nach Verantwortung bezahlt werden müssten, finde ich, verdient jeder von denen nen Satz Backpfeifen und nen Tritt, danach nimmt man ihnen all ihr Vermögen und lässt sie 5 Jahre lang, den Job machen, über den sie immer so objektiv und wohlwollend verfügen, sie fangen als unterster Werktätiger in ihren vorigen Betrieb an. Das wäre mal amüsante Gerechtigkeit, dann würden die Herren der Chefetage Entscheidungen weniger leichtfertig und vorausschauender treffen. Denn dann, dann säßen sie wirklich mit im Boot und würden Verantwortung tragen, denn dann tragen sie auch die Konsequenz davon.
Aber kommen wir zurück zum heiligen Abend, wobei die meisten kaum noch Wissen warum er begangen wird, ist halt so, muss so sein. Eigentlich ein Fest für Kinder, während die Eltern mehr damit zu tun haben die Kluft zwischen Geldbeutel und Wunschzettel zu schlagen, toben diese noch erwartungsvoll und unwissend vom Lebenskampf, unbefangen durch die Düfte, Lichter und Gerüche. Lassen wir den Kleinen ihr sorgloses Dasein, denn die Manager und Politiker warten schon mit gefletschten Zähnen um ihre Arbeitskraft noch mehr auszubeuten als sie es mit uns tun. Noch mehr Arbeit, noch weniger Bezahlung, noch mehr Zukunftsangst… fröhliche Weihnachten.








